HOME

Khao Lak – Welcome back! [Flapo]

26. Dezember 2004, dieser Tag wird mir in Erinnerung bleiben. Der Tsunami zerstört ganze Küstenregionen. Wir sitzen sicher zu Hause vor dem Fernseher und können nicht glauben, was wir sehen. Das Ausmass der Zerstörung  wird erst nach und nach klarer. Oft zu sehen in den Berichten ein kleiner Ort in Thailand: Khao Lak. Lange Zeit ein Geheimtipp bei Reisenden, die nicht Wert auf die nobelsten Hotels legen. Inzwischen ist die Region abhängig vom Tourismus. Das Dorf hatte sich zu einem Touristenzentrum in Thailand gewandelt. Durch die Welle wurde über 500 Leuten das Leben und vielen, vielen die Lebensgrundlage genommen. Wohnhäuser, Hotels, Boote, alles zerstört.
Mir blieb aus den Fernsehberichten vor allem das Polizeiboot, welches weit ins Landesinnere gespült wurde in Erinnerung. Heute, zwei Jahre später stehe ich vor diesem Boot. Nun liegt es nicht mehr auf Schlamm. Dieser wurde durch wohl riesigen Einsatz der Ueberlebenden und vielen freiwilligen Helfern weggeräumt. Die Strassen sind neu gemacht, Hotels sind wieder aufgebaut und nun über die Hochsaison gut besucht. Der Strand, wunderschöner weisser Sand, türkisblaues Meer. Ein Urlaubsparadies! Auf den zweiten Blick, an den Bäumen am Strand, abgewandt vom Meer, windgeschützt, viele Blumen und Fotos, Briefe und Erinnerungen an die, die hier Ihr Leben verloren. Einige Bäume in der Mitte abgebrochen, dort oben war das Wasser... Hier ein Pool aber kein Hotel, nur Büsche und Gras. Einige Leute müssen immer noch in Wellblechhütten wohnen, das SOS-Kinderdorf und die Logos der Hilfsorganisationen.

Seit Herbst 2006 ist die Region wieder in den Reisekatalogen zu finden. Viele Baustellen, Khao Lak wächst wieder. Ein kleines Stück Land bedeckt mit grauem Schlamm. Auch hier wird gebaggert. Bald wird auch dieses Land wieder atmen und das Gras wieder wachsen können. Im Vordergrund für uns, die wahnsinnig freundlichen Leute! Alle darauf bedacht, den best möglichen Service zu bieten, uns ist es schon fast peinlich. Wir versuchen unsere ersten Wörter in Thai und die Sitten und Gebräuche ein wenig umzusetzen. Man kann nicht anders... dieses Land ist ansteckend.
Wir würden gerne mehr sehen, doch unsere Zeit ist begrenzt und wir sind zum Tauchurlaub hier. Von Khao Lak können die Similians in Tagestouren angefahren werden. Einige Speedboote benötigen für die Fahrt eine Stunde bis 1 ½ Stunden. Wir fahren mit einem grossen Boot und brauchen für eine Strecke 3 Stunden... puh, das wussten wir nicht.

Leider ist das Wetter nicht so ruhig, wie erhofft. Der Himmel meist bedeckt und teilweise kräftiger Wind, machen für so manchen die lange Fahrt zur Tortur. Glücklicherweise sind wir recht seefest und bei sonnigem Wetter kann man prima ein Sonnenbad nehmen. Die Verpfl egung an Bord ist super! Glücklicherweise stehen jeden Tag zwei Tauchgänge an, sonst müssten wir wohl das Fitnessstudio besuchen. Die Similians sollen zu den 10 besten Tauchplätzen der Welt gehören. Es gibt einige Plätze, die der Tsunami total zerstört hat, aber die werden nicht mehr angefahren und bei einigen Riffen wurde „Wideraufbauhilfe“ geleistet und z.B. Tischkorallen wieder fest verankert.
Erkennen kann man die Korallen an Ihren Markierungstäfelchen. Wie erfolgreich diese Aktionen waren, können wir
nicht richtig beurteilen, für uns sieht es jedenfalls erfolgreich aus. Wie das Wetter über Wasser, ist es unter Wasser im Moment nicht besser... kalte Strömungen bringen seit letzen Oktober planktonreiches Wasser mit. Man kann an den Schlieren erkennen, dass man nun in 22 Grad „kaltes“ Wasser eintaucht... so mancher im Shorti freut sich auf den heissen Tee an Bord. Die Sicht ist bei dem vielen Plankton sehr getrübt, die Plätze aber toll! Die westlichen ? Riffe eher grünlich bewachsener Granit mit grossen Gorgonien, jagenden Makrelen, Tunas und Barrakudas. Einige Haie wurden auch gesehen, wir hatten leider Pech... oder nur den Blick ins Makro-Objektiv. Die östlichen ? Riffe sind Weich- und Hartkorallen bewachsen. Schön bunt und artenreich. Jede Menge Fisch, riesige Schwärme von Füsilieren in allen Farben und die Jäger, die versuchen ein Opfer zu fi nden. Ein Schauspiel das immer wieder fasziniert. Das Wrack des Zinnbaggers haben wir mit einem Longtailboot angefahren. Eine halbe Stunde Fahrzeit. Kein schönes Wrack, zumal der Tsunami den Bagger zerbrochen hat, aber wir haben noch nie so viele Fische auf einem Fleck gesehen. Da versucht man die Geisterpfeifenfi sche zu fotografi eren und muss doch tatsächlich die kleinen Glasfi sche vor der Linse verscheuchen. Wenn man dann mal nicht atmet, wird man umkleidet von Fischen, bis die Luftblasen zumindest vor dem Gesicht und über einem wieder ein Loch in die schwimmende Biomasse reissen. Richelieu Rock konnten wir aufgrund des hohen Wellenganges leider nicht anfahren, diesen legendären Tauchplatz müssen wir wohl ein andermal besuchen. Schon einige Tage vor unserem ersten Besuch von Koh Bon wurden dort immer wieder Mantas gesehen. So stieg die Hoffnung nun endlich diese majestätischen Tiere einmal life zu erleben. Kaum in der Bucht vor Anker konnte man schon vom Boot aus den ersten Manta an der Wasseroberfl äche sehen und nach dem Sprung ins Wasser sagte mir mein Gefühl, dass ich gleich nach unten schauen sollte und tatsächlich, der erste schwamm, natürlich viel zu schnell, unter mir vorbei. Und, das war es dann für diesen Tauchgang. Mein Gesicht wurde immer länger, als die anderen von ihren Manta-Sichtungen erzählten. Doch der zweite Tauchgang führte uns dann an die Spitze der Bucht und da waren sie dann auch! Mehrere grössere Tiere wechselten sich mit dem Besuch der Taucher ab.

Die Stunde Tauchzeit wurde nun doch überschritten, keiner wollte aus dem Wasser... nach und nach zwang uns aber der Luftvorrat dazu. Dass wir Richelieu Rock nicht anfahren konnten und dafür nach Koh Tachai und Koh Bon fuhren, war für uns nicht wirklich schlimm, konnten wir doch wieder schöne Tauchgänge mit Mantas machen...
Für Taucher, die nicht ihren kompletten Urlaub tauchen wollen und gerne immer wieder Pause zwischen den Tauchtagen machen, bietet sich Khao Lak durchaus an. Für alle, die wie wir am liebsten 3-4 Tauchgänge am Tag machen wollen, kommt eigentlich nur ein Liveaboard in Frage.

Vielleicht ergibt es sich im nächsten Jahr, dass wir eine Tauchsafari machen und anschliessend eine Rundreise durch Thailand. Wir wollen von Thailand mehr als den kleinen Markt in Khao Lak und das gegenüberliegende Polizeiboot, welches nun eine Gedenkstätte für die Tsunamiopfer ist, anschauen. Welcome back and we will come back!

 

joomla template 1.6